Es war einmal ein unglaublich schöner Sommer, die Urlaubszeit rückte in greifbare Nähe, und in mir entstand der Wunsch, in diesem Sommer in die Berge fahren zu wollen. In meiner Vorstellung sah ich mich inmitten meiner Familie auf einem hohen Berg mitten im Sonnenschein stehen und genoss schon jetzt den wunderbaren Ausblick, der sich uns bot…

Mein Vorschlag wurde in der Familie begrüßt, der Urlaub gebucht und prompt eine Woche vorher, kam mein Mann von der Arbeit nach Hause und offenbarte mir, dass er unmöglich verreisen könne, weil ein mega-wichtiges Projekt auf der Arbeit ausgerechnet jetzt seine Anwesenheit brauche.

Ich war außer mir, die Kinder schmollten, Großeltern und Freunde waren fassungslos… – was jetzt?

Nach mehreren Erwägungen machte ich mich schließlich mit den Kindern und den Großeltern, die für meinen Mann ‚eingesprungen‘ waren, nun per Zug statt mit dem Auto auf den Weg meiner Träume.

Beim ersten Umstieg, der 45 Minuten von Zuhause entfernt lag, meldete die Bahn eine Verspätung unseres Anschlusszuges. Ich saß neben Oma auf der Bank auf dem Bahnsteig und übte mich in Geduld, während die Mädchen die Bahnhofsläden erkundeten, und Opa seines Weges ging.

Als unsere Abfahrtszeit näher rückte, und ich schon unruhig wurde, wo die drei wohl blieben, kehrten die Mädchen mit Opa im Schlepptau auf den Bahnsteig zurück. Schon von Weitem war zu erkennen, dass Opa seinen Weg in die Bahnhofskneipe gefunden hatte und kaum noch in der Lage war, einen Fuß vor den anderen zu setzen. Er sank neben uns auf die Bank, blickte uns mehr oder weniger beschämt an, zuckte mit den Schultern, und es war klar, dass er dort eine Weile sitzen bleiben würde.

Inmitten dieser Erkenntnis vernahm ich die Lautsprecherdurchsage, dass unser Zug nun einfahren würde – allerdings auf einem anderen Gleis…

Alles war ein einziges Chaos: ich wollte in die Berge, Opa hatte seinen ‚Urlaub‘ bereits gefunden, Oma veranstaltete ein Riesen-Theater, wie man der Familie und vor allen Dingen ihr so etwas antun könne, und die Mädchen versuchten wiederum Oma zu beruhigen. Meine Bemühungen, aller Aufmerksamkeit auf den einfahrenden Zug zu lenken, schlugen fehl. Der Zug fuhr ein, Reisende stiegen aus, andere stiegen ein, der Zug ruckte an und fuhr ohne mich davon.

Klingt das wie ein Albtraum???

Auf jeden Fall klingelte zu diesem Zeitpunkt mein Wecker, und ich fand mich einigermaßen verwirrt in meinem Bett wieder. Der Tag begann, und ich fühlte mich bereits geschafft…

Als ich später über meinen Traum nachdachte, fiel mir auf, dass der Traum mit seinen ‚Figuren‘ ein Spiegel meines Innenlebens in Bezug auf das Erreichen meiner Ziele war.

Ich habe ein Ziel, und die Vorfreude auf das Erreichen ist groß. Doch sobald ich ein Ziel ins Auge gefasst habe, taucht in mir auch ein anderer Teil mit einem anderen Ziel auf. Nun verfolge ich schon zwei Ziele, und das Erreichen der Ziele verlangsamt sich.

Während ich den nächsten Schritt Richtung Ursprungs-Ziel mache, taucht ein weiterer Teil auf, dessen Erfüllung im momentanen ‚Vergnügen‘ liegt. Indem ich meine Zeit für das schnell erlebte Glück hergebe, verlangsamt sich meine Zielerreichung ein weiteres Mal.

Unumgänglich ruft dieser schwelgende Teil mein schlechtes Gewissen hervor und beide Teile verfangen sich in einer Endlos-Diskussion. Erneut bleibt keine oder nur wenig Energie für meine Zielerreichung über, während weitere Teile damit beschäftigt sind, mir weis zu machen, dass es doch eigentlich gar nicht so schlimm ist…

Schließlich stehe ich hilflos und mit hängendem Kopf da und so und so oft beschließe ich an diesem Punkt, einfach zu Hause zu bleiben und weiterhin ‚von den Bergen‘ zu träumen…

Oder ich wache auf, staune über die Vielfalt meiner Widerstände, wende mich von ihnen ab und meinem Ziel zu und mache den nächsten Schritt in Richtung Freiheit.

Ich wünsche euch die Erkenntnisse, die es braucht, damit eure Herzenswünsche Wirklichkeit werden können!

Habt einen gemütlichen November!
Anke.

 

 

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